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HOLZ UND STEIN

Internationales Artists in Residence Projekt – LandArt

Samstag, 16. Juli 2022, 13:00 – 17:00 Uhr
Dachsteinalm (Grafenbergalm)
Kunstwanderung mit Werkpräsentationen und Performances
Anlässlich des 44-jährigen Bergsommers von Bodo Hell

TEILNEHMENDE KÜNSTLERINNEN
Ursula Beiler (AUT), Götz Bury (AUT), Mark Cullen (IRL), Ivan Fijolić (HRV), Silvia Maria Grossmann (AUT/CHE), Bodo Hell (AUT), Luise Kloos (AUT), Erwin Lackner (AUT), Maria Schneider (AUT), Gerlinde Thuma (AUT), Kurt Ryslavy (AUT/BEL), Josip Zanki (HRV)

GASTKÜNSTLERINNEN
Willi Steiner vlg. Egger (Ramsau), Jakob Brandstätter vlg. Marharter (Ramsau), Linde Waber (AUT)

GRUßWORTE
Ernst Fischbacher, Bürgermeister Ramsau
Regina Stocker, Kulturreferentin Ramsau
Dr. Günter Riegler, Kulturstadtrat Graz

EINFÜHRUNG
Dr. Tanja Gurke, Kunsthistorikerin

DANK AN
Land Steiermark Kultur, Stadt Graz Kultur, Gemeinde Ramsau, Lodenwalker Jörg Steiner, Almbauern unter Obmann Herwig Erlbacher, Waldgenossenschaft Weissenbach unter Obmann Thomas Moosbrugger vlg. Eismoar

ORGANISATION
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Ein Kooperationsprojekt mit HDLU Zagreb und Culture Ireland

Wanderung zur Dachsteinalm über den Stoderzinken, Weg Nr. 618 Richtung Gutenberghaus, Dauer ca 3 Stunden, Bergausrüstung erforderlich. Bitte Wasser und Verpflegung selbst mitbringen!

 

 

„Holz und Stein“
Land Art Projekt und Symposium am Grafenberger Hüttfeld, 11. – 17. Juli 2022
Kunstwanderung am 16. Juli 2022

next – Verein für zeitgenössische Kunst veranstaltet auf der Grafenbergalm das internationale Artists in Residence Projekt „Holz und Stein“. Ziel des Projektes ist es, Traditionen und Brauchtum mit kulturanthropologischen Mitteln zu erforschen und mit zeitgenössischer Kunst neu zu interpretieren. Ein Beitrag zum verlorengegangenen Dialog zwischen Menschen in der Stadt und in den Regionen. Dieser Bogen der Erforschung einer Region spannte sich über die beiden bisherigen Land Art Projekte „On Pilgrimage – 2019“ in Seckau und „QUELLEN_SOURCES – 2020/21“ am Ingeringsee nun 2022 mit „Holz und Stein“ bis zum Grafenberger Hüttfeld. Aktueller Anlass ist das 44-jährige Almjubiläum des Autors und Viehhüters Bodo Hell, der unzählige Texte zu steirischen (und österreichischen) Kulturtraditionen in zeitgenössischer Form verfasst hat und im Sommer die Grafenbergalm mit über 100 Rindern und rund 20 Ziegen bewirtschaftet. Dieses Projekt ist Teil des dreijährigen künstlerischen Forschungsprojektes „Dry Stone Walls“ in Kooperation mit Kroatische Künstlervereinigung HDLU in Zagreb und Irland.

Die historischen Spuren auf der Grafenbergalm gehen jedoch bis zur Römerzeit zurück. Es gibt Funde von kleinen Objekten, wie etwa Glöckchen, und Spuren einer Siedlung von mindestens 13 Häusern. Das zeigt auch, dass es einst bereits in dieser Höhe von 1780 Metern bedeutend mehr Siedlungsaktivitäten gab. Das Grafenberger Hüttfeld bei Ramsau am Dachstein wird heute als Alm bewirtschaftet. Die Bauern treiben ihre jungen Rinder und Ziegen im Sommer auf die Alm und auch die Jagd spielt eine große Rolle. Zusätzlich ist die Grafenbergalm ein attraktives Wandergebiet in der Nähe des Dachsteins. Viele Weitwanderer kommen aus den unterschiedlichsten Ländern Europas über die Grafenbergalm. Die Waldgrenze betont die sensible Balance zwischen geschütztem Naturraum und wirtschaftlicher Nutzung, vor allem in der Tradition der Holzarbeiter, Köhler und Flößer.

Ästhetische Befragungen der zeitgenössischen Gesellschaft im Kontext von Geschichte und Topografie werden initiiert: Welche kreativen Strategien können entwickelt werden, um an Gestaltungsprozessen teilhaben zu können? Eine recht alltäglich erscheinende Strategie, sich mit den Herausforderungen unserer Zeit zu arrangieren, ist das Wandern in den Bergen. Menschen suchen in den Bergen zunehmend Ruhe, Stille, Entspannung, Abkühlung und auch den Ausgleich zum Alltag. Ganz besonders durch die Pandemie erlebt das Wandern eine Renaissance und erfreut sich großer Beliebtheit.
Künstlerinnen und Künstler begehen und erforschen Traditionen des Wanderns in den steirischen Bergen um die Grafenbergalm. Sie untersuchen natürliche Strukturen der Landschaft, interessieren sich für Zeichen menschlicher Interventionen und des Brauchtums und erforschen über Jahrhunderte und Jahrtausende überlieferte mystische Rituale. Aber auch achtlos verlorene oder weggeworfene Teile, die in der Natur als störender Müll wahrgenommen werden, sind von Interesse. Historische Zeugnisse der Römerzeit, Gipfelkreuze, Almhütten, Höhlen, Quellen, Marterl, Sprüche, Lieder, Sagen, Handwerkstechniken – was erzählt uns das in unserer heutigen Zeit? Welche kreativen Ideen können daraus entwickelt werden?

Künstlerinnen und Künstler aus den Ländern Österreich, Kroatien, Irland und der Schweiz sind eingeladen, mit kulturanthropologischen Fragestellungen an die Bevölkerung,
Land Art Methoden und Performances künstlerische Interventionen zu entwickeln.
Die Ergebnisse werden in einer Kunstwanderung auf der Grafenbergalm präsentiert und in Katalog und Video dokumentiert.