next – Verein für zeitgenössische Kunst

QUELLEN _ SOURCES

Ein internationales LandArt* Projekt rund um den Ingeringsee

Kunstwanderung mit Präsentation der Kunstwerke, Performances, Musik und Literatur
Samstag, 17. Juli 2021, 14:00 Uhr
Treffpunkt direkt beim Ingeringsee

 

Der malerische Ingeringsee in Gaal bietet Anregung und Inspiration für künstlerische LandArt Projekte. Dort suchen sich die teilnehmenden Künstler*innen Orte für ihre LandArt-Interventionen und arbeiten ausschließlich mit Material, das in der Natur vor Ort gefunden wird. Ganz nach dem Grundgedanken der LandArt: Kommt aus der Natur und geht zurück zur Natur. Die künstlerischen Interventionen werden in einer Kunstwanderung präsentiert und durch Performances, Musik und Literatur ergänzt. Kunstgespräche und Erfrischungen laden zu einem einmaligen Natur-Kunst-Erlebnis ein.

Teilnehmende Künstler*innen

Bildende Kunst: Silvia Maria Grossmann, Luise Kloos, Erwin Lackner, Kurt Ryslavy, Maria Schneider, Gerlinde Thuma, Josip Zanki
Musik: Lorenz Maierhofer und Fritz Hieger
Literatur: Bodo Hell
Kunsthistorische Begleitung: Dr. Tanja Gurke

Veranstalter
next – Verein für zeitgenössische Kunst

Finanzierungspartner
Land Steiermark, Stadt Graz, Gemeinde Gaal, Gemeinde Seckau

Information
Tel 069911460941

Einladung
Sources_Einladung

Einführung

Der malerische Ingeringsee in Gaal liegt in einem Naturschutzgebiet und bietet Anregung und Inspiration für künstlerische LandArt Projekte. Durch die Pandemie ist das Wandern noch attraktiver geworden und zugleich sind die Veränderungen durch den Klimawandel mehr und mehr für jeden Menschen spürbar. Durch die Einladung an KünstlerInnen und Publikum zur Beobachtung und Mitarbeit an den Kunstarbeiten, zu Publikumsgesprächen, einer Kunstwanderung sowie durch die Dokumentation mittels Buch und Video wird mit ästhetischen Mitteln das Bewusstsein auf die Sensibilität des Verhältnisses von Natur und Mensch geschaffen.

Thematischer Zugang

In den Bergen finden wir eine Menge von Quellen, die entweder als kleiner Fluss oder als See beginnen. Quellen haben das reinste Wasser und die Landschaft rundherum ist sehr speziell. Flora und Fauna um Quellen sind einzigartig. Aber wir können von Quellen auch dann sprechen, wenn wir sie als Metapher für innere Quellen verstehen. Diese sind für unser Leben so wichtig wie die Quellen der Natur. Die Beschäftigung mit unseren natürlichen Ressourcen ist gespeist von zwei aktuellen Phänomenen: einerseits sind die Umstände der Pandemie maßgeblich daran beteiligt, dass Menschen sich zunehmend den Naturraum für sich entdecken, und andererseits sind die Veränderungen durch den Klimawandel eine Bedrohung für unseren Lebensraum. Die künstlerischen Beträge betonen den sensiblen Umgang mit dem Ort, den sie für sich finden, beobachten, nehmen wahr und setzten behutsame und zugleich spannende gestalterische Interventionen. Traditionelle Lebensformen, Bräuche und Arbeitsweisen werden in der Auseinandersetzung mit den regionalen Besonderheiten erforscht und zeitgenössisch transformiert.

Arbeitsweise

Um den Ingeringsee suchen sich die teilnehmenden KünstlerInnen Orte für ihre LandArt-Interventionen aus. Ausdrücklich wird ausschließlich mit Material, das in der Natur vor Ort gefunden wird, gearbeitet. Ganz nach dem Grundbegriff des ursprünglichen Gedankens der LandArt: Kommt aus der Natur und geht zurück zur Natur. Es gibt genügend Zeit und Raum, um künstlerische Interventionen, die auf ganz spezielle Weise auf diesen Ort eingehen, zu entwickeln und zu realisieren. Dabei spielt die Dokumentation in Form von Fotografie und Video eine wichtige Rolle. Insbesondere deswegen, da manche Interventionen möglicherweise nur ganz kurze Zeit bestehen bleiben (Gewitter, Wind, Tiere, Spaziergänger, oder andere Einflüsse der Natur). Die eingeladenen KünstlerInnen verfassen zu ihren Arbeiten ihre Gedanken in Form von kurzen Texten und etwaigen Skizzen. Sie beziehen auch die traditionellen und historischen Ereignisse dieser Orte mit ein und gehen mit zeitgenössischen Mitteln auf gesellschaftliche und kulturelle Aspekte ein.

Im LandArt Projekt QUELLEN _ SOURCES steht das Gebiet um den Ingeringsee in Gaal im Fokus. Diese Landschaft bietet verschiedenste Formen von Wasser, wie sie als Quellen entspringen: Wasserfälle, vom kleinen Gerinne über Mäander bis zum reißenden Gebirgsbach und schließlich der von hohen Bergen umgebene See. Dieses Gebiet ist Natur- und Quellwasserschutzgebiet und wird gleichzeitig auch als kleiner Pilgerweg zu einer neu entstandenen Kapelle genutzt. Auch die Vegetation ist vielfältig: Schilf, Moose, Sandbecken, Felsen und hohe Fichten-, Lärchen- und Tannenwälder.

 

Künstlerische Statements

„…Trogtäler, Eisgassen, Zerrüttungszonen, Bruchsysteme und steilgestellte GesteinsSchichten, Kare auf Kare, Schliffrinnen und Wannen…“ (Bodo Hell)

„Das Quellwasser fließt durch die Bücher, streift das darin verarbeitete Wissen. Und wird in weiterer Folge von Mensch und Tier als Trinkwasser aufgenommen oder durch Verdunstung und Regen in einen Kreislauf gebracht…“ (Erwin Lackner)

„Die Quelle entspringt, indem sie von einem Raum in einen anderen dringt – von unter der Oberfläche nach über dem Horizont. Wir orientieren uns am Horizont, um zu wissen, wo wir stehen und wohin wir gehen.“ (Gerlinde Thuma)

„Bezeichnenderweise erlauben die Perspektivverschiebungen in der Definition der entmaterialisierten Kunstpraxis am Ingeringsee, ein Vokabular hinter uns zu lassen, das sich auf absolute Werte bezieht und mit Begriffen wie „Nichts“ oder „Leere“ assoziiert wird – sei es die provokative Ablehnung aller Formen von Ordnung, Vernunft und Bedeutung, eine Hingabe an die überwältigenden Tiefen der Leere oder eine metaphysische Suche nach dem Unsichtbaren und Unendlichen.“ (Kurt Rylsavy)

„ufer an ufer/und ufer an ufer/endlos behüten/kreise das leben/wasser in uns/wasser in allem…“ (Lorenz Maierhofer)

„Ich verwende unterschiedliche natürliche Materialien, wie Steine, Holz, Äste, Blätter, Gras und Sand. Diese Materialien sind kulturell und repräsentieren die Essenz der alpinen Region. Sie sind symbolisch für die Transformation des Werdens und Vergehens als Grundlage aller Materie.“ (Josip Zanki)

„Wasserquelle – Lichtquelle – Lichtfänger – Wasserfänger – Spiegelung – Brennpunkt – Energiepool  – Regen- und Wasserrinne – Zapfsäule – Brunnen“ (Silvia Maria Grossmann)

„Ich will die Stille der Natur und der Umgebung rund um das Gebiet um den Ingeringsee bei Seckau erkunden.“ (Maria Schneider)

„Diese Kunstwerke entstehen aus dem Moment und der jeweiligen Situation heraus. Sie haben das Potential, ewig anzudauern oder nach Regen, Wind oder Schnee wieder zu verschwinden – sie stammen aus der Natur und gehen zur Natur zurück.“ (Luise Kloos)

 

Teilnehmer*innen QUELLEN _ SOURCES

Silvia Maria Grossmann (A/CH)

Bildende Kunst (Skulptur, Fotografie, Objekte), geboren in Zürich, Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien (Xaver Ölzant), lebt und arbeitet in Wien, www.silvia-grossmann.at

Tanja Gurke (A)

Kunsthistorikerin, Geschäftsleitung Grazer Kunstverein, langjährige Tätigkeit in der Grazer Kunst- und Architekturszene, lebt und arbeitet in Graz

Bodo Hell (A)

Literatur (Schriftsteller (Prosa, Theater, Schrift im öffentlichen Raum), Text-Musik-Performances, Essays zur Bildenden Kunst), Almwirt auf der Grafenbergalm/Ramsau, lebt und arbeitet in Salzburg, Wien und Grafenbergalm/Ramsau, www.bodohell.at

Fritz Hieger (A)

Studium der Anglistik und

Germanistik an der Universität Graz, Lehrer an den Tourismusschulen Bad Gleichenberg, Lektor

an der Johannes-Kepler-Universität Linz, Chorleitung und Zusammenarbeit mit Lorenz Maierhofer, lebt in Kirchberg a.d. Raab

Luise Kloos (A)

Bildende Kunst (Zeichnung, Malerei, Installationen, Objekte), Studium der Pädagogik an der Universität Graz, Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien, Gründung von next – Verein für zeitgenössische Kunst, lebt und arbeitet in Graz, www.luisekloos.at

Erwin Lackner (A)

Bildende Kunst (Skulptur, Objekte, Zeichnungen, Malerei), Grafikdesigner, Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Graz, Gründungsmitglied der Gruppe 77, lebt und arbeitet in Söding, www.gruppe77.at

Lorenz Maierhofer (A)

Musik (Komponist, Arrangeur, Poet und Sprachmusiker), international tätiger Referent, Musik- und Chorpädagoge, Leiter mehrerer professioneller Vokal-Ensembles, lebt und arbeitet in Kirchberg a.d. Raab

maierhofer.cc

Marie Maierhofer (A)

Studium der Kunstgeschichte und Germanistik an der Universität Graz, Projektassistenz, lebt in Graz

Mara Nola

HR, Studentin der Medienkunst Universität Zagreb, Video, Fotografie, lebt und arbeitet in Zagreb

Kurt Ryslavy (B/A)

Bildende Kunst (Konzeptkunst, Installationen, Performances), Studium an der Wiener Hochschule für Angewandte Kunst und Studium der Philosophie (Universität Wien), Weinhändler, Schriftsteller, Steirischer Landeskunstpreis-Träger, lebt und arbeitet in Brüssel sowie Judendorf-Strassengel, www.ryslavy.com

Maria Schneider (A)

Bildende Kunst (Skulptur, Fotografie, Grafik, interaktive Installationen), Mitglied Kunstverein Roter Keil, Ortweinschule Graz, zahlreiche Stipendien, lebt und arbeitet in Graz, www.roterkeil.at

Gerlinde Thuma (A)

Studium an der Universität für angewandte Kunst Wien, MKL. Maria Lassnig mit Diplom, Malerei, Graphik, Skulptur, Environment, Bühnenbild, Ausstellungen, Projekte, Symposien, Fotografie, LandArt, lebt und arbeitet in Gablitz/NÖ, www.gerlindethuma.at

Josip Zanki (HR)

Bildende Kunst (Installationen, Zeichnungen, Performances), Studium an der Academy of Fine Arts in Zagreb und Studium der Ethnologie und Kulturanthropologie an der Universität Zagreb, Professor für Kulturanthropologie Universität Zagreb, 2007-2017 Präsident der kroatischen Künstlervereinigung HDLU, lebt und arbeitet in Zagreb, www.zankijosip.com

 

next – Verein für zeitgenössische Kunst
ist auf die Konzeption und Durchführung zeitgenössischer, internationaler artists in residence Projekte spezialisiert.

  • interdisziplinäre Zusammenarbeit von Künstler*innen unterschiedlicher Sparten, sowie mit Wirtschaftsfachleuten, Philosoph*innen, Kunsthistoriker*innen und Sozialwissenschaftler*innen
  • Austauschprojekte mit den Ländern USA, Tschechien, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Serbien und Montenegro
  • Interkultureller Dialog
  • next-Verein für zeitgenössische Kunst hat mit „Heimat im interkulturellen Dialog“ ein 2-jähriges Projekt zum interkulturellen Dialog im Rahmen des EU-Projektes A.S.T.I.D.E durchgeführt
  • Ästhetische Übungen
  • Jährliche Workshops im Benediktinerstift Seckau seit 1997 mit Paul Zwietnig Rotterdam und Luise Kloos
  • 2005 Auszeichnung mit Maecenas Preis Steiermark und Maecenas Preis Österreich
  • 2007 – 2009 Kooperation im EU Kulturprojekt AS_TIDE NETWORKS
  • mit den Partnern Fondazione Pistoletto – Biella, DeBuren – Brüssel, Hangar – Barcelona und St. James Cavalier – Malta
  • 2008-2011 EU-Projekt SOLD OUT in Kooperation mit Heinrich Böll Stiftung Potsdam
  • seit 2006 NUROPE
  • Konzeption, Aufbau und Mitglied bei der Gründung der Nomadic University of Art, Philosophy and Enterprise, Turku

Kooperationspartner:

ECP – Europäisches Kulturparlament, NUROPE – Nomadic University for Art, Philosophy and Enterprise in Europe – Abo Akademie – Turku, Fondazione Pistoletto Cittadellarte – Biella, Hangar – Barcelona, DeBuren – Brüssel, St. James Cavalier – Malta, Yeshiva University Museum – NYC, Soros Center – Budapest und Prag, Klovicevi Dvori – Zagreb, Zankarjev Dom – Ljubljana, Copenhagen Business School – Dänemark, Heinrich Böll Stiftung Potsdam, Universität Zadar, Austrian Cultural Forum London, New York und Zagreb, Ben Uri Gallery – London, University for Technical Engineering, Institut for Arts and Sciences – Amrita Institute Kerala – Indien, Projekttheater Wien/New York, Institut für Elektronische Musik und Akustik – Graz, Universalmuseum Joanneum, Tanz Graz, Internationale Bühnenwerkstatt Graz, Kulturzentrum bei den Minoriten Graz, Kulturkontakt Wien, Initiativen Wirtschaft für Kunst Wien, Kulturvermittlung Steiermark, STUBE Wien, Literaturhaus Graz, Karl Franzens Universiät Graz, Universität für Musik und Darstellende Kunst Graz, Fachhochschule Joanneum, Kroatische Künstlervereinigung HdLU, Akademie Graz, steirischer herbst, Pfarrer Hermann Glettler, Hauptschule St. Andrä, ISOP, Benediktinerstift St. Lambrecht, Benediktinerabtei Seckau, KSG Steiermark, mur.at, Medienpartnern und Privatwirtschaft