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MYTHOS ERZ

Transformation einer postindustriellen Landschaft in einen neuen mythologischen Raum

Internationales Artists in Residence Projekt in Vordernberg
10. – 18. Juli 2024

Eröffnung der Ausstellung: 17. Juli 2024, 18:00 Uhr, Hochofenmuseum Radwerk IV Vordernberg
Ausstellungsdauer: 17. Juli – 27. Oktober 2024

Finissage mit Kunstwanderung, Lesung und Musik: 27. Oktober 2024, 12:00 Uhr, Hochofenmuseum Radwerk IV Vordernberg

Anmeldung zum Ausstellungsbesuch erbeten: 0650 33 72 097

Einführung

In der Geschichte der Eisengewinnung am Erzberg spielt Vordernberg eine bedeutsame Rolle. In 14 Radwerken wurde bis 1922 Eisen geschmolzen, das zuvor in Eisenerz abgebaut und danach als Roheisen zur Verarbeitung in andere Orte weitertransportiert wurde. Auch der Grundstein der Montanuniversität Leoben wurde in Vordernberg gelegt. Das Raithaus und die Schauschmiede Lehrfrischhütte sind architektonische Zeugnisse dieser großartigen technologischen Entwicklung. Das Hochofenmuseum Radwerk IV in Vordernberg ist der einzige in seiner Gesamtheit erhaltene Holzkohlehochofen der Welt und wurde 1989 als historisches Wahrzeichnen ausgezeichnet.

Vordernberg als postindustrieller Ort mit großer industrieller und kulturhistorischer Vergangenheit stellt dem zeitgenössischen Kunstschaffen folgende Fragen:

  • Kann die Fähigkeit der Kunst, tiefe Wahrnehmung und nachdenkliche Zuneigung zu ermöglichen, eine Rolle dabei spielen, wie wir dem Ort und der Landschaft begegnen, in der wir leben?
  • Kann zeitgenössische Kunst einer nun zu Ende gehenden, sich erschöpfenden Landnutzung neue Perspektiven geben?
  • Können künstlerische Arbeiten und Praktiken, Diskussionen und theoretische Überlegungen zu einem stilleren, demütigeren Umgang mit dem Raum und der Landschaft ermutigen?
  • Wie kann zeitgenössische Kunst in einem postindustriellen Raum kulturelles Leben neu entstehen lassen?

Ziel
Um kulturelles Leben in einem transformierten postindustriellen Raum zu implementieren, wird das Format Artists in Residence gewählt. Neue Kunstwerke entstehen in Verbindung mit lokalen Handwerker:innen, der Einbeziehung von Schüler:innen, dem Knappschaftsverein, Diskussionen, anthropologischer Forschung und öffentlichen Performances.

Der Fokus des internationalen Artists in Residence Projektes liegt auf dem Material Eisen mit den verschiedenen Aspekten:

  • Das Radwerk: Lange Zeit wurde Erz in Eisenerz abgebaut und in Vordernberg geschmolzen, nun geben die Künstler:innen etwas zurück.
  • Der Ort wird in die künstlerische Arbeit mit dem öffentlichen Raum, der Geschichte, den Traditionen, sozialen Aspekten und der Bevölkerung einbezogen
  • Kunstpraxis: Verschränkung zeitgenössischer Ideen mit traditioneller Handwerkskunst der Eisenverarbeitung
  • Theoretische Reflexion kulturanthropologischer Fragestellungen
  • Kunstwerke im Radwerk IV und im öffentlichen Raum von Vordernberg
  • Präsentation der Kunstwerke vor Ort, mit Musik- und Literaturperformances und kunsthistorischer Einführung, Kunstwanderung am Erzwanderweg (bei Finissage)
  • Dokumentation des Projektes in Katalog und Video (DE und EN)

Teilnehmende Künstler:innen
Johann Dorfmeister (A), Ante Dujmovic (HR), Elisabeth Gschiel (A), Luise Kloos (A), Daniela Leyva (MX), Rebecca LittleJohn (USA), Stefan Lozar (A), Paul Z. Rotterdam (USA), Norbert Schmidt (A), Josip Zanki (HR).

Musik
Ein Kompositionsauftrag wird in Kooperation mit Musiker:innen aus der Region realisiert.

Literatur
Bodo Hell

Projektassistenz
Marie Maierhofer

Projektleitung
Luise Kloos

Organisation
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Mit Unterstützung von

  • Land Steiermark Kultur
  • Marktgemeinde Vordernberg
  • Hochofenmuseum Radwerk IV
  • Knappschaft Vordernberg
  • Goldhaubengruppe Vordernberg
  • Freiwillige Feuerwehr Vordernberg
  • Kulturvermittlung Steiermark

Information